Luppenau

                    Ostern 2018 in Luppenau

SAALE-ELSTER-AUEN-KURIER - April 2019  - Ilja Bakkal -   

Feuerwerk an Gründonnerstag – Kurz aber intensiv: 2 Min. 48 Sek. 
Da waberte so ein Gerücht durch die Stadt, erst mit dem Radio, dann durch Luppenauer. Die Osterfeuer wären alle abgesagt, die Polizei schon unterwegs um die Einhaltung des Verbotes zu kontrollieren. Da der Mensch sich dahingehend vom Hasen unterscheidet, dass Defekte des Nagezahnes nicht nachwachsen, glaubte ich entspannt alle Zeit der Welt zu haben, diesem Makel der Natur jetzt nachzuhelfen. Was könnte man zu Ostern ersatzweise  sonst Besseres tun? Nun kam es aber so, dass unser Feuer mit behördlicher Genehmigung doch brannte und mir nur noch die Glut blieb, die mit meterhoher Flamme lediglich erahnen ließ, welch gewaltiges Feuer hier vor Stunden in den Himmel loderte, welche Kraftanstrengung die Kameraden  beim Holzsammeln geleistet hatten und welcher Heldenmut  bei der Demonstration der Spezialanzüge im Feuer erforderlich gewesen war. Im Übrigen war die Zahl der Gäste außergewöhnlich hoch und die Stimmung gut. Hunger, Durst und Kultur besorgte die Firma Goldberg, das Feuerwerk auch, diesmal kurz aber besonders intensiv. So kurz, dass es sich protestierend, wenn auch nicht selbst sondern lediglich sein Verpackungsmaterial, nachwirkend entflammte und somit eine weitere Demonstration der FF Luppenau auslöste. Die erfolgte präzise und schnell, dass nur noch die letzten Tropfen aus dem Strahlrohr dokumentiert werden konnten. Bei gegebener Auflösung unserer Homepage werden sie wohl kaum zu erkennen sein. Ebenso ist es mit irgendwelchen Verkohlungen  oder Rußspuren an der Brandstelle, keine zu sehen. Doch welchen Stolz, welche Zufriedenheit zaubert das helle Mondlicht auf das Antlitz des Wehrleiters!  Die folgende Geste möchten Sie bitte nicht fehldeuten. Egal welche Leistung vollbracht wurde, die Vorschriften müssen befolgt  und die Meldung „Einsatz beendet – Mannschaft und Material vollständig“ - laut und deutlich  gesprochen werden. Das bedarf noch einiger Übung. Aufmerksam wachten die Kameraden, während das Dorf im hellen Schein neuer Leuchtmittel schlief.

Noch zweimal rückten die Wehren aus. Wegen einer unklaren Rauchentwicklung an den Seen wurden am Sonntag Luppenau, Wallendorf, und Zöschen alarmiert, wieder klappte alles normgerecht und ich möchte das Gruppenfoto nach dem „Abblasen“  zum Anlass nehmen, Dank und Respekt zum Ausdruck zu bringen. Beachtenswert die gute Laune des Einsatzleiters. Das ist Feuerwehr! Die Luppenauer befanden sich  zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Rückweg.


Die Suche beginnt.

Der Ostermontag war dem Ostereiersuchen gewidmet. Sie erkennen am Fortschritt der Vegetation, dass 2019 infolge einer Osteranomalie das Fest einen Mondzyklus später gefeiert wurde. Das geschieht immer dann, wenn durch ungeschicktes Zusammenfallen von Frühlingsanfang und eigentlich nachfolgendem Vollmond und Ostern bei gegebenen Zeitzonenverschiebungen nicht überall die Reihenfolge – Frühlingsanfang, Vollmond, Ostern gewahrt bleibt. Ist das verständlich? In den nächsten 19 Jahren haben  wir mit solch einem Sonderfall nicht mehr zu rechnen.
Nicht immer lassen sich die Eier problemlos am Boden verstecken. Mitunter komplizieren Nässe und Matsch aber eben auch hohes Gras die Arbeit der Hasen. Das favorisiert Hochverstecke. Andererseits symbolisiert das Startbild die zunehmende Übermacht stanniolverpackter Schokoladen- und den Rückzug des Hühnereis. Das ist sehr bedauerlich, zumal die moderne Ernährungswissenschaft hinsichtlich des Zusammenhangs von übermäßigen Eierverzehr und erhöhtem Cholesterinspiegel einen Paradigmenwechsel erfahren hat. Die Schokolade möchte ich hier nicht kommentieren, weil meine vor Jahren gutgemeinte Beimischung etlicher Tuben Zahnpaste zu Halloween als Anleitung zum Unfug gewertet wurde. Verständlich, fand sich diese doch anschließend auf Türklinken wieder. Ansonsten nahm das Luppenauer Ritual seinen üblichen Verlauf in der Schönwettervariante, die Ortsbürgermeisterin durschnitt ein weiß-rotes Flatterband, worauf Kinder und Enkel nach Altersgruppen die ihnen zugewiesenen Wiesen stürmten. So mancher Althase konnte anschließend auf der verlassenen Wiese noch etwas finden doch es bleibt offen, wem der zweifelhafte kulinarische Genuss zugutegekommen sein wird. Ein letztes Bild mit Flatterbandschere verweist ins  nächste Jahr, mit der Gewissheit, dass liebgewordene Traditionen erhalten bleiben, wie auch die zugehörigen Mitstreiter.

I.Bakkal